Kirche zwischen Ost und West
Die
Ukrainisch Griechisch Katholische Kirche Die katholische
Kirche, deren Oberhaupt der Papst ist, besteht aus mehreren Kirchen,
von denen die röm.-kath. Kirche nur eine ist. Sie ist die bei
weitem größte und daher auch prominenteste. Daraus ergibt
sich eine Identifizierung von "katholisch" mit "röm.-katholisch".
Die katholische Kirche, deren Oberhaupt der Heilige Vater ist, besteht
allerdings aus ca. 20 juridisch unabhängigen Kirchen, deren
Oberhaupt ein Patriarch, Großerzbischof oder Erzbischof ist. Der
Papst ist in Bezug auf diese Kirchen Hüter der Einheit. Darunter
fallen natürlich Fragen des Glaubens und der Moral. Die kath.
Ostkirchen haben ein eigenes Kirchenrecht und eine eigene Verwaltung,
welche innerhalb der jeweiligen Kirche Rang und Funktion wie die
röm. Kurie hat. Wir selbst
verstehen uns als eine in voller kirchlicher (sakramentaler)
Glaubenseinheit mit dem Apostolischen Stuhl und den anderen kath.
Kirchen stehende orthodoxe Kirche. Oft werden wir die "unierte" Kirche
genannt. Dieser Ausdruck ist jedoch passiv und deutet somit einen Zwang
an. Somit empfinden wir diesen Ausdruck als herabwürdigend. Im
ökumenischen Dialog kommt uns eine Schlüsselrolle zu, da sich
an unserer Existenz die Geister scheiden. Hier gilt der Grundsatz, in
Rom vom Vorgänger des jetzigen Patriarchen von Konstantinopel
vorgetragen, "Mann kann die Wahrheit nicht am Altar der Liebe Opfern".
Das, in zugegeben unzureichender Kürze, ist unsere
ökumenische Grundeinstellung. In der ED Salzburg
umfaßt unsere Gemeinde mind. 150 Haushalte mit 400
Gläubigen. Wir feiern alle unsere Liturgien wie in den
byzantinischen orthodoxen Kirchen. Die Feiern der Auferstehung Christi
ist, man könnte sagen, eine Zusammenfassung unseres liturgischen
Lebens und zugleich auch dem Leben sinngebend. Die Osternachtsfeier
selbst dauert oft die ganze Nacht, wo wir - erschöpft und von der
Feier berauscht - Tod und Auferstehung sinnbildlich erleben. Immer
wieder wird der Ostergesang wiederholt: "Christ ist erstanden, von den
Toten, im Tode bezwang er den Tod, und hat denen in den Gräbern
das Leben geschenkt". Liturgie,
"Herabrufung des Hl. Geistes", wird zum Sinn des Leben. Der Gestalter
der Heiligen Handlung, der urewige Gott, wird zum Gestalter unseres
Lebens. Hier in Salzburg können wir mangels eines eigenen Gotteshauses die Osternacht nicht nach unserer Tradition feiern. Zur Zeit suchen wir einen geeigneten Raum, den wir als byzantinische Kapelle einrichten könnten. Dies wäre wohl unser größter Beitrage an die Ökumene hier in Salzburg. Es wäre dann nämlich die Möglichkeit gegeben, am liturgischen Leben der Ostkirche als katholischer Kirche voll teilzunehmen, womit Veständniß für und somit Einheit mit unseren getrennten orthodoxen Schwestern und Brüdern gefördert würde. Nikolaj
Hornykewycz
|