Osterpredigt ChrysostomosIst einer fromm
und liebt Gott, so erquicke er sich an dieser herrlichen und leuchtenden
Feier. Ist jemand ein guter Knecht, so gehe er fröhlich ein in die
Freude seines Herrn. Hat jemand sich beim Fasten abgemüht, so empfange
er jetzt den Lohn. Wer von der ersten Stunde an gearbeitet hat, empfange
heute den gerechten Verdienst. Wer nach der dritten Stunde gekommen ist,
der feiere dankend mit. Wer erst nach der sechsten Stunde angelangt ist,
der soll nicht von zweifeln befangen sein, denn er wird nichts einbüßen.
Wer bis in die neunte Stunde säumte, der trete unverzagt heran, ohne
zu fürchten. Sollte jemand erst zur elften Stunde gekommen sein,
so möge er wegen seiner Saumseligkeit nicht bangen. Denn der Gebieter
ist freigiebig, er nimmt den Letzten ebenso auf wie den Ersten. Er erquickt
den, der um die elfte Stunde gekommen ist, gleich dem der von der ersten
Stunde an gearbeitet hat. Gegen den zuletzt gekommenen ist er gnädig
und den Ersten behandelt er freundlich. Den einen beschenkt er und dem
anderen entzieht er nicht seine Gaben. Die Werke nimmt er an, sieht aber
auch den Willen. Die Handlungen würdigt er, lobt aber auch die Entschlüsse.
Geht also alle ein in die Freude unseres Herrn. Erste und Letzte - empfanget
den Lohn. Arme und Reiche - freuet euch miteinander. Enthaltsame und Nachlässige
- ehret den Tag. Die ihr gefastet und nicht gefastet - freut euch. Der
Tisch ist reichlich gedeckt, genießt davon alle. Das Mastkalb ist
geschlachtet, niemand gehe hungrig hinaus. Erquickt euch alle am Gastmahl
des Glaubens. Empfanget alle vom Reichtum der Barmherzigkeit.
Es klage niemand über seine Armut, denn das Reich ist für alle erschienen. Es beweine niemand seine Sünden, denn die Vergebung strahlt hervor aus dem Grabe. Es fürchte keiner den Tod, denn befreit hat uns der Tod des Erlösers. Vernichtet hat den Tod, Er, der von ihm umfangen. Abgenommen hat der Hölle die Beute, Er, der zur Hölle hinabfuhr. Die Bitterkeit hat er sie spüren lassen, da sie von seinem Fleische genossen. Isaias sagt es voraus: "Die Unterwelt wurde voll Bitterkeit, da sie dich unter der Erde antraf." Voll Bitterkeit wurde sie, denn sie wurde zertreten, voll Bitterkeit wurde sie, denn sie wurde getötet. Voll Bitterkeit wurde sie, denn sie wurde vernichtet. Sie nahm den Leib und stand Gott gegenüber. Sie nahm von der Erde und traf den Himmel. Sie nahm, was sie sah, und fiel, durch das, was sie nicht sah. "Tod, wo ist Deine Stachel, Hades, wo ist dein Sieg?" Christ ist erstanden, und du bist gestürzt. Erstanden ist Christus und gefallen sind die Dämonen. Erstanden ist Christus und es freuen sich die Engel. Erstanden ist Christus und das Leben ist befreit. Erstanden ist Christus und der Toten ist keiner mehr im Grab. Denn Christ ist erstanden von den Toten und ward der Erstling derer, die entschlafen waren. Ihm sei Ehre und Macht in Ewigkeit. Amen.
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