Kirche zwischen Ost und West

 

Die Ukrainisch Griechisch Katholische Kirche

Was, bzw. wer ist die Ukrainisch griechisch-katholische Kirche? Oft wird mir diese Frage gestellt, und eine Antwort ist in Kürze nicht einfach. Daß wir keine orthodoxe Kirche im politischen Sinne sind, ist anhand des Namens leicht erfaßbar. Daß wir allerdings eine katholische Kirche sind, ist nicht mehr so leicht zu verstehen.

Die katholische Kirche, deren Oberhaupt der Papst ist, besteht aus mehreren Kirchen, von denen die röm.-kath. Kirche nur eine ist. Sie ist die bei weitem größte und daher auch prominenteste. Daraus ergibt sich eine Identifizierung von „katholisch“ mit „röm.-katholisch“. Die katholische Kirche, deren Oberhaupt der Heilige Vater ist, besteht allerdings aus ca. 20 juridisch unabhängigen Kirchen, deren Oberhaupt ein Patriarch, Großerzbischof oder Erzbischof ist. Der Papst ist in Bezug auf diese Kirchen Hüter der Einheit. Darunter fallen natürlich Fragen des Glaubens und der Moral.

Die kath. Ostkirchen haben ein eigenes Kirchenrecht und eine eigene Verwaltung (Synode), welche innerhalb der jeweiligen Kirche Rang und Funktion wie die röm. Kurie hat.

Oberhaupt der Ukrainisch griech.-kath. Kirche ist der jeweilige Großerzbischof von Kyiv, Hauptstadt der Ukraine.

Wir selbst verstehen uns als eine in voller kirchlicher (sakramentaler) Glaubenseinheit mit dem Apostolischen Stuhl und den anderen kath. Kirchen stehende orthodoxe Kirche. Oft werden wir die „unierte“ Kirche genannt. Dieser Ausdruck ist jedoch passiv und deutet somit einen Zwang an. Somit empfinden wir diesen Ausdruck als herabwürdigend.

Im ökumenischen Dialog kommt uns eine Schlüsselrolle zu, da sich an unserer Existenz die Geister scheiden. Hier gilt der Grundsatz, in Rom vom Vorgänger des jetzigen Patriarchen von Konstantinopel vorgetragen, „Mann kann die Wahrheit nicht am Altar der Liebe Opfern“. Das, in zugegeben unzureichender Kürze, ist unsere ökumenische Grundeinstellung.

In der Erzdiözese Salzburg umfaßt unsere Gemeinde mind. 150 Haushalte mit 400 Gläubigen. Wir feiern alle unsere Liturgien wie in den byzantinischen orthodoxen Kirchen. Die Feiern der Auferstehung Christi sind, man könnte sagen, eine Zusammenfassung unseres liturgischen Lebens und zugleich auch dem Leben sinngebend. Die Osternachtsfeier selbst dauert oft die ganze Nacht, wo wir – erschöpft und von der Feier berauscht – Tod und Auferstehung sinnbildlich erleben. Immer wieder wird der Ostergesang wiederholt: „Christ ist erstanden, von den Toten, im Tode bezwang er den Tod, und hat denen in den Gräbern das Leben geschenkt“.

Liturgie, „Herabrufung des Hl. Geistes“, wird zum Sinn des Leben. Der Gestalter der Heiligen Handlung, der urewige Gott, wird zum Gestalter unseres Lebens.

Ausführliche Geschichte der ukrainischen Gemeinde in Salzburg als PDF

 

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